Ob als Geräteschuppen, naturnahen Rückzugsort, Hobbyraum oder alles zusammen: Ein Gartenhaus bietet dir viele Möglichkeiten und strahlt dabei viel Natürlichkeit und Wärme aus. Die vielen Einsatzmöglichkeiten sind einer der vielen Gründe, warum Gartenhäuser so beliebt sind.

Möchtest du auch stolzer Besitzer eines Gartenhäuschens werden, stellt sich anfangs eine entscheidende Frage: Bausatz kaufen oder selber bauen? Wir helfen dir bei der Entscheidung!

keramische platten

Wie alles im Leben hat beides seine Vor- und Nachteile. Ein Gartenhaus selber zu bauen erfordert viel Planung und Arbeit, bereitet begabten Hobby-Heimwerkern aber viel Spaß, ist in der Regel günstiger und ermöglicht dir das Gartenhaus voll und ganz nach deinen individuellen Wünschen zu gestalten.

Mit einem selbst gebauten Gartenhaus sticht dein Garten sicherlich aus der Menge heraus.

Zudem kannst du bei einem selbstgebauten Gartenhaus Elemente einbauen, die in einem fertigen Bausatz womöglich gar nicht enthalten sind. Dazu gehört zum Beispiel Glaswolle, die dein Gartenhaus gut isoliert und dafür sorgt, dass dieses auch im Sommer eine angenehme Temperatur aufweist. Glaswolle ist nicht in jedem fertigen Bausatz verbaut.

In diesem Beitrag widmen wir uns dem Thema „Gartenhaus selber bauen“ und verraten dir, worauf du achten solltest, was du für den Bau alles benötigst und wie es funktioniert. Außerdem geben wir dir hilfreiche Tipps für den Bau deines Gartenhauses.

Worauf du achten solltest:

  • Baugenehmigung -> je nach Bundesland, Größe, Nutzung und Stellplatz benötigst du eine Genehmigung für dein Gartenhaus
  • Die Informationen zu der Genehmigung entnimmst du der jeweiligen Landesbauordnung und/oder beim örtlichen Bauamt
  • Standortwahl -> das Gartenhaus benötigt viel Luft- und Lichtzufuhr
  • Bei der Auswahl der Wandstärke den Verwendungszweck des Häuschens bedenken (Empfehlung siehe Tipps)
  • Es gibt mehrere Arten von Fundament: Fundamentplatte, Streifenfundament, Punktfundament
  • Sturmsicherung: Empfehlenswert ist es, ein Punktfundament an vier Ecken des Gebäudes zu verankern
  • Die unterste Holzschicht des Gartenhauses sollte nicht direkt auf dem Erdreich liegen -> Ein Streifen Teerpappe kann bspw. als Sperrschicht eingesetzt werden
  • Wahl der Dachform kann grundlegend nach persönlichem Geschmack getroffen werden
  • Sichere das Dach ausreichend ab
  • Denk an die Stromversorgung
  • Gartenhaus mit Holzschutz versehen & regelmäßig erneuern
  • Wenn das Gartenhaus (auch) als Wohnraum genutzt wird, dann sollte Dämmung inkl. Dampfsperrfolie verlegt werden
  • Empfehlenswertes Holz: Lärchenholz (ist bereits vor einer Behandlung gut wetterresistent)
  • Material gut vorbereiten, sortieren & lagern

Was du alles benötigst:

Material- und Werkzeuggebrauch kann je nach Gartenhaus-Projekt variieren

  • Einen Plan, handwerkliches Geschick und Helfer
  • Gängiges Werkzeug
  • Befestigungsmaterial
  • Tacker
  • Folie
  • Dampfbremsfolie
  • Ggf. Klebebänder (bspw. Siga)
  • Bausand
  • Pflöcke
  • Sparren & Stahlwinkel
  • Pfostenhalter
  • Verschalungsbretter
  • Profilbretter
  • Estrichbodenbeton
  • Stahlmatte
  • Ständerwerk (aus Holz (KVH) oder Metall (verschiedene Profile möglich))
  • Ggf. Fenster -> am besten mit Holzrahmen
  • Passende Tür
  • OSB-Platten
  • Hölzer für Dachsparren
  • Holzlatten
  • Dachbedeckung – Dachpappe -> Schindeln oder Wellplatten
  • Bodenbretter
  • Gipskarton
  • Spachtel
  • Vier Eckpfosten
  • Acht Metallwinkel
  • Selbstschneidende Holzschrauben
  • Farbe
  • Acrylmasse
  • Stromversorgung: Für Elektrogeräte -> Erdkabel ; für LED-Beleuchtung -> PV-Paneel
  • Rohre

Anleitung - in fünf Bauphasen zum eigenen Gartenhaus

1. Fundament errichten

  • Umriss mit Pflöcken markieren
  • Daran die Verschalungsbretter montieren – Wichtig: hier muss präzise gearbeitet werden – die Oberkante muss waagerecht sein
  • Fläche innerhalb der Schalungsbretter auskoffern (15-20 cm)
  • Etwa 10 cm Bausand einfüllen und verdichten
  • Folie auf dem Sand auslegen
  • Ca. 10 cm Estrichbeton einfüllen
  • Stahlmatten auslegen
  • Fundament bis zur Oberkante der Bretter auffüllen
  • Bei warmem Wetter: Beton ab und zu anfeuchten, um Rissbildung vorzubeugen

2. Wände aufstellen

  • Dämmung zwischen dem Ständerwerk montieren (Kälte- und Wärmeschutz)
  • OSB-Platten auf Ständerwerk schrauben
  • Die vier Wände sowohl miteinander als auch mit dem Boden verschrauben
  • ! Achte hier auf millimetergenaues Arbeiten -> Die Wände müssen komplett rechtwinklig zueinander stehen !
  • Fassadenbahn/Dachbahn anbringen
  • Zu einem gegebenen Zeitpunkt Fenster und Türen einsetzen
  • Senkrechte Fenster sollten dann eingesetzt werden, wenn die „Trägerwand“ steht und die angrenzende Wand noch nicht angebracht ist - nur so können Schrauben in das Fenster eingesetzt werden
  • Rohre und Stromleitung für das Gartenhaus integrieren
  • Boden verlegen
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3. Dach bauen

Zum Beispiel: Pultdach

  • Sparren (z.B. 7 Stück) auf die vorderen und hinteren Längswände auflegen
  • Fixiere jeweils an den äußeren Sparren Stahlwinkel -> dies sorgt für Kippsicherheit
  • Innenseite mit Dampfbremsfolie auslegen und tackern
  • Anschließend wieder OSB-Platten verlegen, um das Dach zu verkleiden
  • Fassadenbahn/Dachbahn anbringen

4. Das Gartenhaus bekommt eine Fassadenverkleidung

  • Profilbretter z.B. aus Lärchenholz (mit Nut- und Federverbindung) senkrecht verlegen
  • Für eine schöne Optik: sorgfältig schrauben und nageln
  • Gartenhaus streichen – geeignete Farbe auswählen

5. Gartenhaus - Innenausbau

  • OSB-Platten mit Gipskarton verschrauben
  • Es entsteht eine Oberfläche zum Streichen
  • Dielenboden schleifen & Oberfläche behandeln -> am besten mit Hartwachsöl
  • Eckstöße & Anschlussfuge mit Acrylmasse verschließen

Tipps:

  • Sprich bereits bei der Planung mit den Nachbarn – dies kann Streit vermeiden
  • Nimm eine Zeichnung der Hütte und des Grundrisses zum Bauamt mit
  • Wandstärken-Empfehlung: 18 – 19 mm für Geräteschuppen ; ab 40 mm für einen ruhigen Rückzugsort
  • Regenwasser mit Regentonne auffangen -> zum Blumengießen verwenden
  • Stabilstes Fundament: Fundamentplatte (besonders langlebig)