Eine Begrünung der Hausfassade integriert die kahle Wand harmonisch in den Garten und bietet funktionale Vorteile. Wusstest du, dass du zudem mit dem grünen Kleid an der Fassade das Mikroklima in deinem Haus positiv beeinflussen kannst? Übrigens können wir dich beruhigen: Bedenken, dass die Fassade durch die Bepflanzung Schaden nehmen könnte, sind bei einer guten Vorbereitung und der richtigen Pflanzenauswahl unbegründet.

Was sind die Vorteile einer Fassadenbegrünung?

Die Hauswand mit Gewächsen zu begrünen, bietet Pluspunkte für die Fassade, die Bewohner des Hauses und für die Tierwelt.

Optische Aufwertung und Schutz der Fassade

Die Bepflanzung der Fassade wertet diese optisch auf, spiegelt die jahreszeitliche Entwicklung wider und bietet durch die große Auswahl der Pflanzen vielfältige gestalterische Möglichkeiten. Die Gewächse an der Hauswand schützen diese vor extremen Wetterbedingungen wie Sturm, Hagel oder starker Sonnenstrahlung. Des Weiteren verhindert eine Bepflanzung die Verschmutzung durch Graffitis und gerade an alten Bauten werden Unebenheiten oder Fehlstellen verdeckt.

Verbesserung des Mikroklimas im Haus

Den Bewohnern liefert die Fassadenbegrünung ein ausgeglichenes Wohnklima. Im Sommer dienen die Blätter der Pflanzen als Hitzeschutz und sorgen für kühle Räume. Im Winter wiederum wirkt die Begrünung wie ein Wärmepolster, sodass es im Inneren des Hauses kaum zu Temperaturschwankungen kommt. Die begrünte Fassade schluckt zudem Lärm und bindet Schadstoffe sowie Staub aus der Umgebung.

Wertvoller Beitrag für den Naturschutz

Besonders in urbanen Gegenden sind die grünen Wände für viele kleine Tierarten ein willkommener Lebensraum und fördern die Erhaltung der Artenvielfalt. Vögel, Schmetterlinge und Insekten finden Unterschlupf, Nahrung oder Verstecke vor Fressfeinden.

Was sind die Nachteile einer Fassadenbegrünung?

Negative Auswirkungen der Fassadenbegrünung entstehen hauptsächlich durch unsachgemäße Planung und Durchführung unzureichende Pflege und Wartung Die Begrünung sollte dauerhaft bleiben können, denn die Entfernung ist nur schwer und nicht rückstandsfrei möglich kann den Putz lösen oder stark schädigen sollte von einer Fachfirma durchgeführt werden

Welche Fassade eignet sich für die Begrünung?

Da sich nicht jede Wand für die Begrünung eignet, überprüfe sie zunächst auf Schäden. An intakten Mauern und Fassaden treten durch standortangepasste Begrünungen und regelmäßige Pflegemaßnahmen keine Beschädigungen auf.

Schäden an der Hauswand sanieren

Bei bereits beschädigten Fassaden verursachen Spreizklimmer, die anhand ihrer Haftorgane an der Fassade emporklettern und in Fugen wachsen können, weitere Zerstörungen. Starke Verwitterung, Risse, undichte Fugen, abbröckelnder Putz und dauerfeuchte Stellen müssen daher vorab ordnungsgemäß ausgebessert werden. Achte bei der Sanierung darauf, dass sich die benutzten Materialien für eine spätere Bepflanzung eignen.

Auf Platz und Abstand achten

Die zu begrünende Hauswand sollte genügend Platz für Bau-, Instandhaltungs- und Pflegearbeiten bieten und nicht zu nah an Nachbargebäuden- und Grundstücken grenzen. Sollten sich die Schäden an deiner Fassade nicht ausbessern lassen, musst du trotzdem nicht auf die grüne Wand verzichten: Wähle Pflanzen ohne Haftorgane, die bodengebunden an einer Rankhilfe emporklettern. Lass dich dazu am besten von einem Gartenbauer beraten.

Welche Arten von Fassadenbegrünungen gibt es?

Die Art des Begrünungssystems muss entsprechend dem Zustand der Fassade ausgesucht werden, um Schäden an der Hauswand zu vermeiden. Bei Fassadenbegrünungen unterscheidet man vereinfacht zwei Methoden: wandgebundene oder bodengebundene Begrünungssysteme.

Wandgebundene Begrünung

wird auch „Living Wall“ oder vertikaler Garten genannt die Pflanzen wachsen ohne Bodenkontakt direkt an der Fassade über Nährbodenkassetten an der Hauswand erhalten die Gewächse Wasser und Dünger wird wegen des hohen Aufwands häufig nur bei Neubauten oder im Städtebau genutzt die Planung und Durchführung sollte von einer Fachfirma übernommen werden

Bodengebundene Begrünung

die Pflanzen wurzeln in dem Boden vor der Wand und erhalten darüber Wasser und Nährstoffe die Fassade wird je nach Pflanzenwahl direkt oder über Rankhilfen bewachsen klassische Variante und bessere Wahl für Eigenheimbesitzer

Welche Pflanzen eignen sich für die grüne Wand?

Um ein erfolgreiches Begrünungsergebnis zu erzielen, sollte die Auswahl der Pflanzen standortgerecht und objektbezogen erfolgen. Je nach Himmelsrichtung, in die die Fassade gerichtet ist, beeinflussen die Sonneneinstrahlung, der Schattenfall und der Wind die Begrünung. Möchtest du verschiedene Pflanzen kombinieren, berücksichtige ähnliche Ansprüche an Licht, Wind und Wasser. Achte bei der Auswahl der passenden Pflanzen auch auf art­spe­zi­fi­sche Eigenschaften, wie z.B. Größe, Gewicht, Triebdurchmesser und Wuchsorientierung. Dein persönlicher Geschmack entscheidet über die Wahl zwischen blühenden und nicht blühenden Pflanzen sowie immergrünen oder laubabwerfenden Gewächsen. Die Bauweise und Eignung der Fassade bestimmt das Begrünungssystem und dieses wiederum die Art der Pflanzen, die sich in zwei Kategorien unterscheiden lassen: Selbstklimmer, die ohne Hilfe an der Wand wachsen und Gerüstkletterer, die eine Rankhilfe benötigen.

Nur bei intakten Fassaden: Fassadenbegrünung ohne Rankhilfe

Die Fassadenbegrünung ohne Rankhilfe oder Gerüste eignet sich nur für komplett intakte Fassaden. Zum Einsatz kommen hierbei selbst klimmende Kletterpflanzen, die sich mit Hilfe ihrer Haftorgane an der Wand festkrallen. Für holzbekleidete Fassaden ist daher von Selbstklimmern dringend abzuraten. Eine der bekanntesten selbst klimmenden Kletterpflanzen ist Efeu. Er kann bis zu 20 Meter hoch klettern und schmückt ein Haus durch seine immergrüne Eigenschaft das ganze Jahr. Der Wuchs ist wild und unkontrolliert, du kannst damit aber innerhalb einiger Jahre dein Gebäude voll begrünen. Wenn du deine Hausfassade großflächig mit Selbstklimmern begrünen möchtest, solltest du dich von einem Fachmann beraten lassen.

Auf Nummer sicher: Fassadenbegrünung mit Kletterhilfe

Um bei der Bepflanzung der Hauswand kein Risiko einzugehen, entscheide dich für den Einsatz von Rankhilfen. Achte bei der Anbringung auf: ausreichenden Abstand zur Fassadenoberfläche ordnungsgemäße Befestigung statische Ausrichtung Setz auf Pflanzen, die nicht für Fassadenschäden bekannt sind: Spreizklimmer, wie Kletterrose und Feuerdorn rankende Pflanzen, wie Waldreben (Clematis) oder Weinreben Schlingpflanzen Da Fassadenbegrünungen einen positiven Effekt auf das Klima haben, bieten einige Städte spezifische Förderprogramme an. Ob es auch in deiner Stadt Zuschüsse gibt und ob dein Vorhaben die Voraussetzungen erfüllt, erfährst du bei deiner Gemeinde oder bei deinem örtlichen Bau- und Gartenamt.

Welche Pflege ist nötig?

Jährliche Pflege-, Schnitt- und Kontrollmaßnahmen sind unabdingbar, um Schäden an deinem Haus zu vermeiden. Entferne abgestorbene Triebe und Äste und schneide die Klettergewächse in Form. Achte darauf, dass die Pflanzen nicht zu nah an die Regenrinnen und Dachziegel wachsen. Fenster und Türen kannst du mit der Heckenschere freihalten. Schnell wachsende Gattungen erzielen bald ein dicht bewachsenes Ergebnis, benötigen aber viel Pflege. Je nach Art des Bewuchses solltest du eine Fachfirma beauftragen. Überprüfe regelmäßig die Kletterhilfen und warte die Befestigungen.

Fazit der grünen Hausfassade

Die Hauswand zu begrünen sollte eine gut durchdachte Entscheidung sein. Mit der richtigen Planung und Durchführung erzielst du ein optisches Highlight mit funktionalen Eigenschaften und überzeugenden Vorteilen für Mensch, Tier und Fassade.