Für viele Hobbyköche gibt es nichts Besseres, als das Essen mit frischen Kräutern direkt von der Pflanze zu verfeinern. Doch die Fensterbank oder der Balkon geben oft nicht genügend Platz her für eine große Auswahl. Wenn du eine Kräuterspirale in deinem Garten baust, kannst du aus dem Vollen schöpfen.

Kräuterspirale aus Holz

Was ist eine Kräuterspirale?

Eine Kräuterspirale oder Kräuterschnecke ist wie ein dreidimensionales Hochbeet, das, wenn man von oben draufschaut, eine gedrehte Form ausweist. Das Besondere daran ist der Anbau von Kräutern aus ganz unterschiedlichen Klimazonen auf kleinstem Raum. Dies funktioniert durch die unterschiedliche Zusammensetzung des Bodens in den jeweiligen Bereichen. Die Bodenbeschaffenheit wird vom unteren Teil bis nach oben zunehmend trockener und sandiger.

Warum Holz?

Oft sind Kräuterspiralen aus Steinen gebaut, Holz fügt sich aber schöner in das natürliche Bild deines Gartens eins und lässt die Kräuterschnecke wie einen immer schon da gewesenen Bestandteil wirken.

Welche Holzarten eignen sich für eine Kräuterspirale?

Bei der Wahl des Holzes solltest du auf witterungsbeständige Hölzer achten. Sibirische Lärche, Douglasie und besonders Robinie eignen sich dafür sehr gut. Robinie ist ein sehr dichtes und schweres Holz und die erste Wahl, wenn es um Aufbauten mit direktem Erdkontakt geht. Ein passender Holzschutz verhindert das schnelle Verrotten.

Hinweis: Der Holzschutz sollte keine Giftstoffe enthalten, da diese sich aus dem Holz herauslösen und in die Kräuter übergehen würden.

  • Als Erstes überlegst du dir, wie groß deine Kräuterschnecke werden soll und legst die Größe einmal auf dem Gartenboden aus. Der Durchmesser sollte so bemessen sein, dass du das gesamte Beet hinterher gut an allen Stellen erreichen kannst.
  • Die Wahl des richtigen Standortes und der Ausrichtung ist der nächste Schritt. Viele mediterrane Kräuter lieben die pralle Sonne und trockenes Substrat. Andere Kräuter benötigen eine etwas gemäßigtere Sonneneinstrahlung und so sollten die unterschiedlichen Pflanzbereiche dementsprechend ausgerichtet sein.
  • Koffere die Grundfläche etwa ca. zwanzig Zentimeter tief aus. Bei vielen Kräuterschnecken befindet sich am Ende ein kleines Wasserbecken. Dafür reicht es, einen stabilen Eimer oder Maurerkübel in die Erde einzulassen. Am besten in Richtung Süden, dort bekommt dieser Bereich nicht so viel pralle Sonne ab.
  • Fülle die ausgekofferte Fläche mit Schotter und Sand auf.
  • In die Mitte kommt eine kegelförmige Lage Bauschutt oder Ähnliches.
  • Steck nun die mit Holzschutz behandelten und auf Länge gesägten Bretter oder Bohlen schneckenförmig gewunden in den Boden. Der Bauschutt-Kegel sollte sich dabei genau in der Mitte befinden.
  • Es empfiehlt sich, die Bretter bis zur späteren Füllhöhe mit einer stabilen Teichfolie zu verkleiden. Diese dient als konstruktiver Holzschutz.
  • Fülle nun Schotter, Sand, Kies und Substrat je nach Lage ein.
  • Jetzt geht es ans Bepflanzen.

Die verschiedenen Zonen der Kräuterspirale aus Holz

Damit die unterschiedlichsten Kräuter in deiner Spirale gedeihen, solltest du dich mit deren Bedürfnissen auseinandersetzen. Die Kräuterspirale kann unterschiedliche Klimazonen simulieren. Dazu gehören unterschiedliche Böden, sodass jedes Kraut seinen Wohlfühlplatz darin finden kann.

Frische Kräuter

Die Wasserzone

Die Wasserzone befindet sich am untersten Ende der Kräuterspirale. (Da, wo du den Eimer oder Maurerkübel eingelassen hast) Hier kannst du die Pflanzen direkt im Wasser oder am Beckenrand platzieren. In diesem Abschnitt verwendest du am besten Mutterboden oder normale Pflanzerde, die mit einem geringen Anteil Kompost vermischt wurde. Hier gedeihen z. B. Brunnenkresse und Blutampfer hervorragend.

Die Feuchtzone

Die Feuchtzone liegt über der Wasserzone. Hier kannst du den Nährstoffgehalt im Boden anheben. Misch Gartenerde und Kompost jeweils halb und halb. Sollte die Erde bereits recht humushaltig sein, streu etwas Sand dazu. Hier fühlen sich z. B. Minze, Bärlauch, Petersilie und Dill besonders wohl.

Die Normalzone

In dieser Zone wird das Substrat trockener. Verringere also den Kompostanteil und misch mehr Sand bei. Das Mischverhältnis sollte bei ca. 50 % Gartenerde, 30 % Sand und 20 % Kompost liegen. In diesem Bereich könntest du z. B. Estragon, Oregano, Basilikum oder Majoran pflanzen.

Die Trockenzone

Wie der Name es vermuten lässt, mögen die Kräuter in diesem Bereich einen trockenen Boden. Dies erreichst du, wenn du Gartenerde und Sand jeweils halb und halb mischst. In Verbindung mit der Drainageschicht aus Schotter wird in diesem Boden wenig Wasser gespeichert. Hier fühlen sich z. B. Thymian, Salbei, Bohnenkraut und Rosmarin besonders wohl.

Wann bepflanzt man eine Kräuterspirale?

Bauen kannst du die Kräuterspirale aus Holz, wann immer du Zeit dafür findest. Nach der Fertigstellung solltest du jedoch mindestens 2 Wochen warten, bevor du mit dem Bepflanzen beginnst, damit sich das frische Substrat setzen kann. Das Zeitfenster für die Bepflanzung einer Kräuterschnecke öffnet sich im Frühjahr, wenn keine strengen Fröste mehr zu befürchten sind. Besonders mediterrane Kräuter sind frostempfindlich und sollten keinen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt werden.

Fazit zum Bau einer Kräuterspirale

Eine individuell gestaltete Kräuterspirale aus Holz wird dich stets mit frischen Kräutern versorgen und deinen kulinarischen Alltag damit auf eine ganz andere Stufe heben.

Viel Spaß beim Bauen.