Wusstest du, dass dein Holzboden hygroskopisch ist? Das bedeutet, dass der Naturwerkstoff Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Mit einer der Gründe, warum ein Fußboden aus Holz ein besonders angenehmes Raumklima ausstrahlt.

Doch bei dauerhaft zu starken Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen kann der Holzboden seine Dimensionen so stark verändern, dass Schäden entstehen. Erfahre in diesem Beitrag mehr über das „Arbeiten“ deines Holzbodens und wie du mit einem optimalen Raumklima die Langlebigkeit deines Holzfußbodens unterstützen kannst.

Holzboden Wohnzimmer

Der Bewegungsdrang von Holzböden

Hast du schon einmal gehört, dass Holz „arbeitet“? Darunter versteht man, dass der naturgewachsene Werkstoff Holz auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen mit einem gewissen Bewegungsdrang reagiert. Wird das Holz wärmer, kann es mehr Feuchtigkeit aufnehmen und sich ausdehnen. Kühlt das Holz ab, gibt es die Feuchtigkeit an die Luft ab und zieht sich zusammen. Im Allgemeinen quellen und schwinden Holzdielen deutlich mehr in die Breite als entlang der Dielen. In der Höhe verändern sich die Dielen nur geringfügig. Da sich das Volumen des Holzes ungleichmäßig verändert, kann sich das Holz auch verbiegen, was als „werfen“ bezeichnet wird. Das Quell- und Schwindverhalten steht immer im direkten Zusammenhang mit dem vorherrschenden Raumklima für den Holzboden. Harte Hölzer mit großer Rohdichte schwinden oder quellen stärker als weiche Hölzer. Die Auswirkungen auf deinen Holzboden sind je nach Holz- und Verlegeart unterschiedlich. Massivholzdielen aus Fichte, Kiefer oder Lärche sind weniger anfällig für Feuchte und weisen ein günstigeres Quell- und Schwindverhalten als beispielsweise das Holz der Buche auf.

Schwimmend oder fest verlegter Dielenboden

Hast du deinen Holzboden schwimmend verlegt, nimmt das Volumen über die gesamte verlegte Raumfläche zu oder ab. Ist der Abstand zwischen den Dielen oder zu den Wänden so gering, dass sich der Holzboden bei zunehmender Luftfeuchte nicht mehr horizontal ausdehnen kann, sucht er sich den Weg nach oben und schlägt Wellen. Wenn du deinen Holzboden an einer Unterkonstruktion fixiert hast, quillt oder schwindet jede Diele individuell. Bei zu trockenem Raumklima können Risse und Fugen entstehen. In seltenen Fällen können sich ganze Dielen lösen.

Worauf du vor der Verlegung achten solltest

Bevor du deinen Holzboden verlegst, solltest du diesen immer mindestens 24 Stunden, im Idealfall 48 Stunden, in der verschlossenen Verpackung in der Umgebung akklimatisieren, in der der Boden verlegt werden soll. Bei Temperaturen von 18 - 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 - 60 % verminderst du das Risiko, dass das Holz sich kurz nach der Verlegung durch das Quellen und Schwinden verzieht.

Schaff ein ideales Raumklima für den Holzboden

In den Räumen, in denen du deinen Holzfußboden verlegt hast, sollten die Temperaturen auf Dauer nicht unter 18 °C und nicht über 25 °C liegen, da in diesem Bereich das Holz am wenigsten „arbeitet“. Du musst jedoch keine Sorge haben, wenn die Werte beispielsweise im Sommer für eine kurze Zeit überschritten werden. Der Holzboden wird nicht sofort Schaden nehmen. Auf Dauer ist es aber empfehlenswert, sich nach den angegebenen Werten zu richten, damit du Fugen oder Risse vermeidest und die Langlebigkeit deines Bodenbelags aus Holz unterstützt. Das optimale Raumklima für den Holzboden ist eine Temperatur zwischen 18 - 25 °C und eine relative Luftfeuchte von 50 % bis 60 %.

6 Tipps für ein gesundes Raumklima:

Regelmäßig Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit messen Richtig lüften Luftbefeuchter verwenden Nicht überheizen Wandverkleidung aus Holz Zimmerpflanzen

Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Auge behalten

Damit sich die Holzdielen im Raum akklimatisieren, sollte die Raumtemperatur ausgeglichen sein. Miss die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit regelmäßig und nutze gegebenenfalls einen Luftbefeuchter. Bei überheizten Räumen ohne entsprechender Luftbefeuchtung trocknet das Holz deutlich aus und schwindet dementsprechend stark, wodurch enorme Schäden entstehen können.

Richtig lüften

Lüfte regelmäßig, indem du mehrmals am Tag alle Fenster und Türen für circa zehn Minuten ganz öffnest. Die feuchte, verbrauchte Luft wird so schnell und effizient gegen trockene und frische Luft von außen ausgetauscht. Besonders im Winter solltest du es vermeiden, Fenster „auf Kipp“ zu halten. Dadurch steigen die Heizkosten und die Wände in Fensternähe werden feucht, wodurch sich Schimmel bilden kann.

Fußbodenheizung effizient einsetzen

Bei einer Fußbodenheizung sollte die Oberflächentemperatur des Bodens nicht mehr als 27 °C betragen. Die Temperatur sollte möglichst gleichmäßig gehalten werden und nicht zu stark oder zu schnell schwanken. In unserem Beitrag „Dielenboden und Fußbodenheizung – geht das?“ erhältst du weitere Informationen zu diesem Thema. Es ist ratsam, im Bereich der Fußbodenheizung keine zusätzlichen Teppiche bzw. Teppichläufer auszulegen, da diese das natürliche Quell- und Schwindverhalten des Bodens verhindern können. Durch den entstehenden Hitzestau kann der Holzboden stark austrocknen und eventuell sogar reißen.

Wandverkleidung aus Holz

Passend zu deinem Dielenboden fügen sich Wandverkleidungen aus Holz harmonisch in dein naturnahes Raumkonzept ein. Die Holzwandverkleidung filtert Schadstoffe aus der Luft und verbessert so das Raumklima, wie du in unserem Beitrag „Die Renaissance der Wandverkleidung aus Holz“ erfährst.

Zimmerpflanzen

Robuste Blattpflanzen, wie beispielsweise Grünlilie, Drachenbaum, Calathea oder Efeutute, schaffen nicht nur eine wohnliche Atmosphäre, sondern helfen mit ihrer Fotosynthese, das Raumklima leicht zu verbessern.

Fazit

Mit der richtigen Raumtemperatur und einer angemessenen Luftfeuchtigkeit schützt und erhältst du die Qualität deines hochwertigen Bodenbelags aus Holz.