Ein Carport aus Holz schützt dein Auto vor Sonne, Hagel und Vogeldreck - und ist als Selbstbau-Projekt deutlich günstiger als eine fertige Garage. Die wichtigste Entscheidung fällt bei der Holzwahl: Für das Tragwerk (Pfosten, Pfetten, Sparren) nimmst du am besten Konstruktionsvollholz (KVH) oder bei großen Spannweiten Brettschichtholz (BSH); für sichtbare und bewitterte Bauteile sind Douglasie und Lärche die robuste Wahl. Rechne für einen Einzelcarport (ca. 3 x 5 m) mit Materialkosten von 800 bis 2.500 Euro je nach Holzart und Dach. Ob du eine Baugenehmigung brauchst, hängt vom Bundesland ab. In diesem Ratgeber bekommst du den ehrlichen Holzart-Vergleich, eine Kostenaufstellung und eine komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Selbstgebauter Holz-Carport aus Douglasie mit Flachdach neben einem Wohnhaus

Welche Carport-Typen gibt es?

Bevor du Holz bestellst, solltest du dich für einen Carport-Typ entscheiden - das bestimmt Größe, Statik und Materialbedarf. Die drei gängigen Varianten:

  • Einzelcarport: Platz für ein Fahrzeug, typische Maße ca. 3 x 5 m. Der Klassiker und für Selbstbauer am leichtesten umzusetzen.
  • Doppelcarport: Stellplatz für zwei Autos (ca. 5-6 x 5 m). Hier sind größere Spannweiten gefragt - ein Fall für stärkere Pfetten oder Brettschichtholz.
  • Anlehncarport: Wird an eine bestehende Hauswand angelehnt und spart so eine Pfostenreihe. Günstig und materialsparend, braucht aber eine tragfähige Wand und gute Abdichtung zum Gebäude.

Freistehend oder angelehnt, mit oder ohne Geräteraum - je klarer du dein Ziel definierst, desto einfacher wird die Materialplanung. Für einen Einzelcarport als Wochenend-Projekt brauchst du keine aufwendige Statik; bei Doppelcarports oder hoher Schneelast lohnt sich eine kurze fachliche Prüfung der Querschnitte.

Die richtige Holzart für deinen Carport

Beim Carport musst du zwischen zwei Aufgaben unterscheiden: dem tragenden Gerüst und der bewitterten Verkleidung. Das Tragwerk muss vor allem maßhaltig und stabil sein, die sichtbaren Außenbauteile vor allem witterungsbeständig. Wie gut ein Holz der Feuchtigkeit standhält, beschreibt die Dauerhaftigkeitsklasse (DK) nach DIN EN 350 - je niedriger die Zahl, desto widerstandsfähiger.

Fürs Tragwerk ist Konstruktionsvollholz (KVH) der Standard: technisch getrocknet, gehobelt und maßhaltig, sodass sich die Pfosten nicht verziehen. Bei großen Spannweiten ohne Mittelstütze kommt Brettschichtholz (BSH/Leimbinder) zum Einsatz, das deutlich höhere Lasten trägt. Den genauen Unterschied zwischen beiden Bauhölzern erklären wir im Ratgeber KVH und BSH. Allgemeines Bau- und Rahmenholz findest du in unserer Kategorie Bauholz.

HolzartTypische VerwendungDauerhaftigkeitPreisEignung Carport
KVH (Fichte/Tanne)Pfosten, Pfetten, SparrenDK 4 (gering)guenstigStandard fürs Tragwerk, nur geschützt verbaut
BSH / LeimbinderGroße Spannweiten, PfettenDK 4 (gering)mittelSehr stabil, ideal für stützenfreie Carports
DouglasiePfosten, Verkleidung, sichtbare TeileDK 3-4 (mäßig)mittelTop für bewitterte Bauteile, harzarm
LärcheVerkleidung, Blende, SichtflächenDK 3-4 (mäßig)mittelSehr witterungsbeständig, schöne Optik
Kiefer (KDI)Pfosten, tragende Teile (günstig)DK 3 (imprägniert)guenstigGünstig, aber chemisch behandelt

Unsere Empfehlung: Baue das Tragwerk aus KVH und setze für alle sichtbaren, stark bewitterten Bauteile auf Douglasie oder Nordische Lärche. So bekommst du das beste Verhältnis aus Stabilität, Haltbarkeit und Preis. Wer maximal sparen will, nimmt kesseldruckimprägnierte Kiefer fürs Tragwerk - muss dann aber mit der chemischen Behandlung leben.

Vergleich von KVH, Douglasie und Lärche Holz für den Carportbau

KVH fürs Tragwerk, Douglasie oder Lärche für die sichtbaren Bauteile - die clevere Kombination.

Verbau das Tragwerk-Holz nie direkt auf dem Boden. Selbst das beste Holz fault, wenn es dauerhaft in Staunässe steht. Pfostenträger mit Abstandsfuß (H- oder U-Anker) halten das Holz trocken und verlängern die Lebensdauer um Jahre.

Profi-Tipp

Baugenehmigung - was ist erlaubt?

Ob dein Carport genehmigungsfrei ist, regelt die Landesbauordnung deines Bundeslandes - eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht. Entscheidend sind meist die überdachte Fläche bzw. der umbaute Raum und der Abstand zur Grundstücksgrenze. Die folgende Übersicht gibt dir eine grobe Orientierung; verbindlich ist immer die Auskunft deines örtlichen Bauamts.

Bundesland (Beispiele)Genehmigungsfrei bis ca.
Bayernbis 50 m² überdachte Fläche
Nordrhein-Westfalenbis 30 m² (mittlere Wandhöhe max. 3 m)
Niedersachsenbis 40 m³ umbauter Raum
Baden-Württembergbis 30 m² Grundfläche

Auch wenn dein Carport genehmigungsfrei ist, musst du dich an die Vorgaben halten (z. B. Grenzabstand, Gestaltungssatzung). Die gleiche Logik kennst du vielleicht schon vom Thema Terrassenüberdachung ohne Genehmigung - auch dort entscheidet die Fläche. Hol dir im Zweifel eine kurze schriftliche Bestätigung vom Bauamt, bevor du loslegst.

Genehmigungsfrei heißt nicht regelfrei. Wer zu dicht an die Grenze baut oder die zulässige Fläche überschreitet, riskiert einen Rückbau. Eine kurze Anfrage beim Bauamt kostet nichts und gibt dir Sicherheit.

Wichtig

Material, Werkzeug und Kosten

Ein klassischer Einzelcarport (ca. 3 x 5 m, Flachdach) besteht aus wenigen, klar definierten Bauteilen. Für das Tragwerk brauchst du kräftige Querschnitte, fürs Dach eine geschlossene Schalung.

Material

  • 4-6 Pfosten 12 x 12 cm (KVH oder Douglasie)
  • Pfetten/Rähm 8 x 16 cm als Auflager
  • Sparren 6 x 12 cm im Abstand von ca. 70 cm
  • Dachschalung: Rauspund oder OSB-Platten
  • Pfostenträger (H- oder U-Anker, verzinkt) zum Einbetonieren
  • Beton für die Fundamente (ca. 30 l je Punkt)
  • Edelstahl- bzw. verzinkte Schrauben und Sparrenpfettenanker
  • Dacheindeckung (Bitumenbahn, EPDM-Folie oder Trapezblech)
  • Holzschutz-Öl oder Lasur für sichtbare Bauteile

Werkzeug

  • Handkreissäge oder Kappsäge
  • Akkuschrauber + Holzbohrer, Schlagbohrmaschine
  • Wasserwaage, Richtschnur, Zollstock, Winkel
  • Spaten/Erdbohrer, Schubkarre zum Anmischen
  • Leiter, Schraubzwingen

Die richtigen Querschnitte und Längen findest du in den Kategorien Bauholz und Kantholz. Die Materialkosten hängen stark von der Holzart und der Dacheindeckung ab:

Variante (Einzelcarport ca. 3 x 5 m)Materialkosten ca.
KVH/Fichte-Tragwerk + Bitumendach800-1.200 €
Douglasie + EPDM-Dach1.400-1.900 €
Lärche-Sichtholz + Trapezblech1.800-2.500 €

Damit baust du deutlich günstiger als beim Kauf eines schlüsselfertigen Carports vom Fachbetrieb (oft 4.000-7.000 € inkl. Montage). Wenn du handwerklich schon Erfahrung mit einem Holzzaun oder dem Gartenhausbau hast, ist der Carport gut zu schaffen.

Holzpfosten eines Carports werden mit Pfostenträgern auf Betonfundamenten ausgerichtet

Die Pfosten stehen auf einbetonierten Pfostenträgern - nie direkt auf dem Boden.

Carport bauen - Schritt für Schritt

Plane für einen Einzelcarport zwei bis drei Tage ein - vor allem das Aushärten des Betons braucht Zeit. Arbeite möglichst zu zweit, gerade beim Auflegen der Pfetten.

  1. Fundamente setzen: Markiere die Pfostenpositionen exakt mit Richtschnur und Winkel. Hebe je Pfosten ein Loch von ca. 80 cm Tiefe aus (frostsicher) und betoniere die Pfostenträger lotrecht ein. Lass den Beton mindestens zwei Tage aushärten.
  2. Pfosten aufstellen: Setze die Pfosten in die Pfostenträger, richte sie mit der Wasserwaage exakt senkrecht aus und fixiere sie mit Schrägstreben provisorisch. Verschraube sie anschließend fest mit den Ankern.
  3. Pfetten montieren: Lege die Pfetten (Längsträger) oben auf die Pfosten und verbinde sie zug- und druckfest, z. B. mit Überblattung und Sparrenpfettenankern. Prüfe die Diagonalen auf Rechtwinkligkeit.
  4. Sparren auflegen: Verteile die Sparren im Abstand von ca. 70 cm quer über die Pfetten und befestige sie mit Sparrenpfettenankern. Plane ein leichtes Gefälle (mind. 2-3 %) für den Wasserablauf ein.
  5. Dachschalung verlegen: Schraube Rauspund oder OSB-Platten auf die Sparren. Achte auf einen sauberen, ebenen Untergrund für die spätere Eindeckung.
  6. Dach eindecken & Holzschutz: Bring die Dacheindeckung auf (siehe nächstes Kapitel) und behandle alle sichtbaren Holzteile mit Lasur oder Öl.

Aussteifung nicht vergessen! Ein Carport ohne Diagonalstreben oder Kopfbänder kann bei Wind ins Wanken geraten. Setze in den Ecken Kopfbänder zwischen Pfosten und Pfette - das gibt dem ganzen Bauwerk die nötige Steifigkeit.

Profi-Tipp

Das Carport-Dach decken

Die Dacheindeckung entscheidet über Dichtigkeit, Optik und Preis. Für das typische Carport-Flachdach (mit leichtem Gefälle) haben sich drei Varianten bewährt:

  • Bitumen-Schweißbahn: Günstig und bewährt, wird überlappend verklebt oder verschweißt. Gute Wahl fürs kleine Budget.
  • EPDM-Folie: Eine einteilige Gummibahn ohne Nähte - extrem langlebig (oft 40+ Jahre) und schnell verlegt. Etwas teurer, aber sehr dicht.
  • Trapezblech: Robust, leicht und in vielen Farben erhältlich. Ideal, wenn das Dach sichtbar ist und schnell gehen soll.

Wer es begrünen möchte, kann das Flachdach auch als extensives Gründach ausführen - das braucht aber eine entsprechend dimensionierte Statik und eine wurzelfeste Abdichtung. Plane in jedem Fall eine Dachrinne ein, damit das Wasser kontrolliert abläuft und nicht an den Pfosten herunterrinnt.

Verlegen einer EPDM-Dachfolie auf der Holzschalung eines Carport-Flachdachs

EPDM-Folie ist nahtlos und besonders langlebig - eine beliebte Wahl fürs Carport-Flachdach.

Holzschutz - damit dein Carport Jahrzehnte hält

Holzschutz beginnt nicht beim Anstrich, sondern beim konstruktiven Schutz: Wasser muss schnell ablaufen können und Holz darf nie dauerhaft nass bleiben. Das Wichtigste hast du mit den einbetonierten Pfostenträgern (Abstand zum Boden) und dem Dachgefälle schon erledigt. Beim chemischen Schutz unterscheidest du zwischen geschützten und bewitterten Bauteilen.

  • Geschützte Bauteile (unter dem Dach, z. B. Sparren): brauchen meist nur einen leichten Schutzanstrich oder bleiben bei dauerhaftem Wetterschutz sogar unbehandelt.
  • Bewitterte Bauteile (Pfosten, Blende, Verkleidung): brauchen regelmäßigen Schutz. Hier lohnt sich Douglasie oder Lärche, die schon von Natur aus widerstandsfähig sind.

Ob du zu Lasur oder Öl greifst, ist Geschmackssache - den ausführlichen Vergleich findest du im Beitrag Unterschied zwischen Lack und Lasur. Eine Öl-Behandlung betont die Maserung und lässt das Holz natürlich altern; eine Lasur bietet etwas mehr UV-Schutz. Wichtig sind in beiden Fällen die Stirnseiten und Schnittkanten - dort dringt Wasser am leichtesten ein. Plane außerdem eine kurze jährliche Sichtkontrolle ein: Prüfe die Pfostenfüße auf Feuchtigkeit, kontrolliere die Dachabdichtung und bessere den Anstrich an Wetterseiten alle zwei bis drei Jahre nach. Diese zehn Minuten im Jahr entscheiden darüber, ob dein Carport zehn oder dreißig Jahre hält.

Streiche die Pfosten rundum, bevor du sie aufstellst - gerade das untere Ende am Pfostenträger erreichst du später kaum noch. Stirnholz doppelt behandeln, dort saugt das Holz am stärksten.

Profi-Tipp
Auftragen von Holzschutz-Öl mit einem Pinsel auf einen Douglasie-Carportpfosten

Sichtbare Bauteile profitieren von Lasur oder Öl - Stirnseiten besonders gründlich behandeln.

Häufige Fragen zum Carport aus Holz

Welches Holz eignet sich am besten für einen Carport?

Fürs Tragwerk ist Konstruktionsvollholz (KVH) aus Fichte der Standard, weil es maßhaltig und stabil ist. Für sichtbare, bewitterte Bauteile sind Douglasie und Lärche die beste Wahl, da sie von Natur aus witterungsbeständig sind. Bei großen Spannweiten kommt Brettschichtholz (BSH) zum Einsatz.

Brauche ich für einen Carport eine Baugenehmigung?

Das hängt vom Bundesland ab. In vielen Bundesländern sind Carports bis zu einer bestimmten Fläche (z. B. 30-50 m²) oder bis zu einem bestimmten umbauten Raum genehmigungsfrei. Verbindlich ist immer die Auskunft deines örtlichen Bauamts - auch genehmigungsfreie Carports müssen Grenzabstände einhalten.

Was kostet es, einen Carport selber zu bauen?

Die Materialkosten für einen Einzelcarport (ca. 3 x 5 m) liegen je nach Holzart und Dacheindeckung zwischen rund 800 und 2.500 Euro. Ein schlüsselfertiger Carport vom Fachbetrieb kostet inklusive Montage oft das Doppelte bis Dreifache.

Wie tief muss das Fundament für einen Carport sein?

Die Punktfundamente sollten frostsicher gegründet sein, also etwa 80 cm tief. So verhindert man, dass der Boden im Winter friert und die Pfosten anhebt. Die Pfostenträger werden lotrecht einbetoniert.

Welchen Pfostenquerschnitt brauche ich?

Für einen normalen Einzelcarport sind Pfosten mit 12 x 12 cm üblich. Bei größeren Carports oder hoher Schneelast kann ein stärkerer Querschnitt oder Brettschichtholz nötig sein. Im Zweifel lohnt sich eine kurze statische Beratung.

Kann ich einen Carport alleine bauen?

Die meisten Arbeiten gehen alleine, aber spätestens beim Auflegen der schweren Pfetten und Sparren brauchst du eine zweite Person. Plane den Bau besser zu zweit - das ist sicherer und schneller.

Wie decke ich das Carport-Dach am besten ab?

Für Flachdächer eignen sich Bitumen-Schweißbahn (günstig), EPDM-Folie (sehr langlebig und nahtlos) oder Trapezblech (robust und schnell). Wichtig ist ein leichtes Gefälle und eine Dachrinne für den Wasserablauf.

Fazit: Mit der richtigen Holzwahl hält dein Carport Jahrzehnte

Ein Carport aus Holz ist eines der lohnendsten Selbstbau-Projekte: Du sparst gegenüber dem Fertigprodukt deutlich und bekommst genau die Größe, die du brauchst. Der wichtigste Hebel ist die Holzwahl - KVH fürs Tragwerk, Douglasie oder Lärche für die bewitterten Sichtflächen. Achte auf frostsichere Fundamente, einbetonierte Pfostenträger mit Bodenabstand, eine saubere Aussteifung und ein Dach mit Gefälle. Kläre vorab die Genehmigungsfrage mit dem Bauamt, dann steht deinem Wochenend-Projekt nichts im Weg.

Das passende Holz bekommst du bei uns aus einer Hand: Konstruktionsvollholz fürs Tragwerk, robustes Bauholz und der passende Holzschutz. Du bist dir bei der Holzart noch unsicher? Bestell dir einfach kostenlose Holzmuster nach Hause und vergleiche Douglasie, Lärche und Co. in Ruhe selbst.