Du möchtest dich im Sommer unbeobachtet in deinem Garten sonnen, dein Grundstück von dem deines Nachbarn abgrenzen oder einfach deinen Außenbereich optisch aufwerten? Dann kauf oder bau einen Zaun. Welche Möglichkeiten es gibt, was du brauchst und wie es funktioniert, erfährst du hier.
Ein Zaun erfüllt viele Aufgaben
Ob als Sichtschutz, Abgrenzung oder Blickfang: Ein Zaun dient verschiedenen Zwecken. Du kannst mit einem Zaun zum Beispiel deinen Garten oder dein Grundstück abgrenzen, um ggf. ungewünschte Besucher fernzuhalten oder den neugierigen Blicken der Nachbarn zu entkommen. Ein Zaun kann aber auch als dekoratives Element eingesetzt werden. Je nach Design, Höhe und – nach Wunsch – auch mit extravaganten Elementen, wie beispielsweise einem Torbogen. Mit einer Anleitung kann ein Holzzaun auch einfach selbst gebaut werden, denn simple Lattenzäune lassen sich innerhalb weniger Stunden errichten.
Du möchtest einen Holzzaun bauen: Welche Möglichkeiten gibt es?
Die wohl unkomplizierteste Lösung bieten fertige Holzzäune oder Zaunserien. Gleichzeitig stellen sie aber eine eher weniger individuelle Variante dar. Steckzaunsysteme bieten dir hingegen eine deutlich höhere Gestaltungsvielfalt und Individualität. Sie sind ganz einfach durch Aufeinanderstecken der Bretter aufzubauen. Ein Steckzaun ist daher sehr schnell und unkompliziert aufgestellt. Du kannst aber auch Elemente wie Holzpalisaden oder Flechtmatten für den Zaunbau verwenden. Wer jedoch selbst Hand anlegen möchte: Es besteht natürlich auch die Möglichkeit sich eigene Überlegungen zu machen und Pfosten sowie Zaunbretter nach eigenen Maßen aus rohem Holz zuschneiden und nachbehandeln (z.B. lackieren) zu lassen. So planst und baust du den Zaun komplett selbst.
Welche Holzart eignet sich für den Zaunbau?
Eine der ersten Fragen, die du dir womöglich stellst, ist welche Holzart beim Zaunbau oder beim Kauf eines Zauns ausgewählt werden sollte. Generell sollte eine Holzart verwendet werden, die witterungsbeständig ist und keinen großen Pflegeaufwand erfordert. Daher sind Harthölzer wie beispielsweise Edelkastanie, Kiefer oder Fichte geeignet (all diese Hölzer sind heimisch vertreten). Kiefer und Fichte müssen in diesem Fall aber behandelt sein (KDI oder lasiert), damit Sie für den Bau eines Holzzauns verwendet werden können. Da die Kiefer ein mittelschweres, formstabiles Holz ist, eignet es sich besonders für größere Konstruktionen. Fichte hingegen ist als weicheres Holz leichter zu bearbeiten. Darüber hinaus kommen auch, je nach persönlicher Einstellung, tropische Hölzer, in Frage, die ähnliche Eigenschaften in puncto Witterungsbeständigkeit und Verarbeitungsmöglichkeiten bieten. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn du bereits eine Terrasse aus Holz hast oder planst eine zu bauen, bietet es sich natürlich an, die gleiche Holzart für den Zaun auszuwählen. So findet sich die Holzart im Terrassenbelag und dem Zaun optisch wieder. Ein weiter Vorteil ist, dass du die gleichen Pflegemittel verwenden kannst. Bei Holzhandel-Deutschland gibt es im Bereich Zaunbau viele Holzarten passend zum Terrassenprogramm.
Wie baue ich einen klassischen Holzzaun mit Querstreben?
Wie bei jedem Bauvorhaben, sollte auch der Zaunbau zuerst genau geplant werden. Fertige hierzu am besten eine Zeichnung und Skizze mit allen wichtigen Maßen (Länge, Höhe, Winkel etc.) an und plane genau, welches Material und welche Werkzeuge du in welcher Menge und Größe beschaffen musst. Beim Vermessen und auch später beim Bauen des Zauns, solltest du auf eine ebene Erdfläche achten und diese ansonsten ggf. ausbessern. Im nächsten Schritt solltest du dir überlegen, ob du die Pfosten mit Betonfundament oder mittels Bodenankern oder doch lieber Pfostenträgern und weiterem Zubehör stabilisieren möchtest, um auf große Pfostenlöcher zu verzichten. Beim Zaunbau spielt auch die Wahl des Untergrunds eine wichtige Rolle. Bei Gras bieten sich schraubbare Steckhülsen an, die sich ohne schweres Werkzeug im Boden versenken lassen. Darüber hinaus gibt es Pfostenhülsen, mit denen Elemente eines Zauns befestigt werden können.
Wie hoch darf ein Gartenzaun eigentlich sein?
Grundsätzlich ist es möglich einen Sichtschutzzaun ohne Baugenehmigung zu bauen. Je nach Bundesland fällt die genehmigungsfreie Bauhöhe anders aus. Während in Hessen der Zaun bis zu 150 cm hoch sein darf, kann in Niedersachsen und Bayern bis zu einer Höhe von 180 cm gebaut werden. Dabei muss das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme und der Ortsüblichkeit beachtet werden. Sprich mit deinen Nachbarn am besten vorab über dein Vorhaben des Zaunbaus und seine geplante Höhe. So kannst du eventuell einen Streit vorbeugen.
Materialliste für den Zaunbau
- Holzlatten/Zaunbretter und Pfosten nach errechnetem Bedarf in gewünschter Holzart, Farbe, Länge und Menge
- Holzgeeignete Schrauben (bspw. aus Edelstahl)
- Schnur, Wasserwage und ggf. Hilfsmittel zum Abstecken -> zur Orientierung
- Spaten oder Erdbohrer zum Ausheben der Pfostenlöcher
- Vorschlaghammer zum Einhauen der Eck- und Mittelpfosten
- Einschlaghilfe, damit die Pfosten beim Einbau im Boden nicht beschädigt werden
- Holzschutzmittel für Pfostenenden, wenn das Holz im Boden freiliegt
- Betonmischung zur Stabilisierung der Pfosten, außer es werden Pfosten mit Einschlagshülsen, die sich im Boden verankern verwendet, die keine zusätzliche Stabilisierung brauchen
Sind alle Materialien besorgt? Dann kann es losgehen!
Schritt für Schritt zum selbstgebauten Zaun
1. Im ersten Schritt solltest du die gewünschte Linie/den gewünschten Verlauf der Zaun- und Eckpfosten und ihre gewünschte Höhe markieren. Nutze hier eine Schnur zur Orientierung. 2. Die Löcher für die Pfosten sollten schmal aber tief (mind. 60 cm) ausgehoben werden. Tipp: Ein feuchter Erdboden ist leichter zu graben als trockener, also ggf. vorher den Boden anfeuchten. 3. Nun solltest du am Ende und in der Mitte der geplanten Zaunreihe die Pfosten zur optimalen Stabilisierung anbringen. Vorher: Bepinsle die Bodenteile der Pfosten mit wasserabweisendem Holzschutzmittel, um das Verrotten des Holzes zu vermeiden. 4. Im nächsten Schritt positioniere bitte die Pfosten mit dem Vorschlaghammer. Schlag diese dafür bis zu der gewünschten Höhe in den Boden, bis die Markierung erreicht ist und prüf regelmäßig die Position mit der Wasserwaage. 5. Als nächstes sollten die Pfostenlöcher mit Beton ausgegossen werden, natürlich erst dann, wenn die Pfosten sich in der gewünschten Position befinden. 6.Sind die Pfosten korrekt im Boden angebracht und der Beton getrocknet (dieser Schritt wird natürlich ausgeschlossen, wenn du dich für die Lösung mit Bodenankern entschieden hast), können die Querstreben horizontal angebracht werden, oder alternativ Elemente wie Flechtmatten an den Pfosten verschraubt werden. 7. Die ersten Querstreben werden kurz über dem Boden angebracht (mit Vorbohren, damit das Holz nicht splittert) und mit einer Wasserwaage wird die Ausrichtung geprüft. Anschließend werden die oberen Querstreben befestigt, zuletzt dann die mittleren. 8. Die vertikalen Latten können nun an den Querstreben angebracht werden – als Abstandsmaß empfiehlt sich ein zurechtgesägtes Holzstück (z.B. sieben cm Abstand), das zwischen zwei Latten angehalten werden kann.
Damit sich die Mühe lohnt: Die Vorteile eines selbstgebauten Zauns
Ein selbstgebauter Zaun aus Holz ist die individuellste Lösung für die Grundstücksabgrenzung oder -verschönerung. Das Aussehen – etwa die Holzart, Höhe, Farbe etc. – lassen sich frei wählen und nach Belieben gestalten. Du selbst kannst kontrollieren wie der Zaun verbaut und befestigt wird. Dadurch erhältst du eine höhere Transparenz über die Langlebigkeit des Endprodukts. Außerdem können Elemente wie Tore und Torbögen flexibel eingebracht werden. Deiner Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt, wenn du dich für den eigenen Zaunbau entscheidest.