Warum bieten wir nicht nur FSC® zertifizierte Produkte an? Woher stammen sie dann, und was wissen wir über ihren Weg zu uns? Und was tun wir, die Firma Kahrs/der Holzhandel Deutschland, aktiv gegen den illegalen Holzeinschlag?
Kein FSC®-Siegel bedeutet nicht gleich illegal
Wenn du durch unser vielfältiges Sortiment stöberst, wirst du feststellen, dass wir nicht ausschließlich FSC zertifizierte tropische Hölzer anbieten.
FSC (Forest Stewardship Council) ist ein sehr bekannter Begriff und gibt dir als Endverbraucher ein gutes Gefühl. Denn FSC stellt nicht nur Anforderungen an Ernte und Lieferkette, sondern auch an die Weiterverarbeitung des Holzes – mit Vorgaben zum Arbeitsschutz und zur Umwelt.
Somit wäre es für uns natürlich am einfachsten ausschließlich FSC Produkte zu vertreiben. Dann könnten wir aber nicht der Nachfrage an tropischen Hölzern gerecht werden.
Viele, zum Teil private Waldbesitzer und Sägewerke können sich die FSC Zertifizierung nicht leisten. Denn selbstverständlich kostet diese Zertifizierung Geld.
Also lässt sich ganz klar festhalten, dass nicht automatisch alle nicht FSC zertifizierten Produkte aus illegalen Holzeinschlägen stammen und/oder unter widrigen Arbeitsbedingungen gefertigt werden.
Wo unser Holz herkommt & was uns wichtig ist
Derzeit beziehen wir von folgenden Ländern Produkte aus tropischen Hölzern:
- Indonesien
- Brasilien
- Peru
- Bolivien
- Guyana
- Suriname
Wir möchten ein Unternehmen mit Zukunft sein – für unsere Mitarbeiter und Kunden ebenso wie für die Waldbesitzer und die verarbeitende Industrie in unseren Bezugsländern.
Wir sind der Auffassung, dass ein fairer Handel mit Holz den Waldbesitzern ein verlässliches Einkommen aus der Forstwirtschaft bietet – und sie damit nicht zwangsläufig auf Viehzucht oder Agrarwirtschaft ausweichen müssen.
Gesetze & Regelungen für den legalen Holzimport
Die Bundesrepublik Deutschland sowie die Europäische Union setzen sich für den Erhalt der Wälder ein und wollen so der Korruption und dem illegalen Handel mit Holz entgegenwirken.
Gemäß dem Holzsicherungsgesetz (HolzSiG) und der European Union Timber Regulation (EUTR) dürfen deswegen keine Produkte, die aus illegal geschlagenen Hölzern stammen, in die Europäische Union eingeführt werden. Dazu muss jeder Importeur von Holz und Waren aus Holz ein geeignetes Sorgfaltspflichtsystem entwerfen und anhand dessen jeden seiner Importe prüfen, ob diese auch wirklich aus legalen Quellen stammen.
Die EUTR wird durch die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (Verordnung (EU) 2023/1115) abgelöst, die die Sorgfaltspflichten erweitert und zusätzlich einen Entwaldungsnachweis verlangt.
Ob sich auch wirklich alle in Deutschland ansässigen Unternehmen an diese Gesetzte halten, prüft die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Das wohl sicherste tropische Holz kommt aus Indonesien
Der Einkauf aus Indonesien gestaltet sich für uns derzeit am risikoärmsten. Indonesien ist das erste und bisher leider einzige Partnerland, das mit der Europäischen Union ein sogenanntes Partnerschaftsabkommen über ein einheitliches Genehmigungssystem geschlossen hat.
Dieses Genehmigungssystem nennt sich FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade), und mit der Ausstellung eines FLEGT-Dokumentes bestätigt die zuständige Behörde in Indonesien den legalen Ursprung des Holzes. Dieses Dokument muss als Original bei der BLE eingereicht werden, damit das Dokument geprüft werden kann. Nach erteilter Legitimität durch die BLE ist uns die Einfuhr in die Europäische Union erlaubt.
Das langfristige Ziel dieses Genehmigungssystems ist es, so viele Partnerländer anzuschließen wie möglich. Dazu müssen die bürokratischen Gegebenheiten und Prüfmechanismen im jeweiligen Partnerland vorhanden sein. Derzeit steht die Europäische Union mit Guyana in Verhandlung und arbeitet daran, dass Guyana das nächste Partnerland für FLEGT wird.

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!"
Um eine risikoarme Lieferung aus Südamerika zu gewähren, arbeiten wir sehr eng mit all unseren Lieferanten zusammen. Wir verlangen die Einsicht in alle vorhandenen Dokumente. Das fängt bei der Eigentumsurkunde des Waldes an, geht über den Waldbewirtschaftungsplan, die Einschlagslizenzen, die Transportdokumente zum Sägewerk und zum Hafen, die jeweiligen Betriebsgenehmigungen bis hin zu aktuellen Auszügen der jeweiligen Steuerbehörden.
Gemäß dem Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“, überprüfen wir auf staatlichen Internetseiten die Echtheit der Dokumente. Zusätzlich prüfen wir, ob es international oder national im Herkunftsland ein Embargo gegen einen der in der Lieferkette vorhandenen Beteiligten vorliegt.
Die Prüfung aller Dokumente erfolgt vor der Verschiffung der Ware. Stichprobenartige Kontrollen durch uns oder durch eine dritte unabhängige Überwachungsorganisation vor Ort im Wald oder auch im Sägewerk runden die von uns durchgeführte Kontrolle der Legalität der Hölzer ab. Unsere Prüfung hat in der Vergangenheit leider auch schon gezeigt, dass die Herkunft nicht sicher war und wir somit die Lieferung ablehnen mussten.
Ganz klar gegen illegal geschlagenes Holz
Wie verlässlich sich die Herkunft eines Holzes belegen lässt, hängt auch von der politischen Lage im Herkunftsland ab. Unter Präsident Jair Bolsonaro (Amtszeit Januar 2019 bis Dezember 2022) wurden in Brasilien Strukturen der Überwachungsorgane des Regenwaldes zugunsten der Agrarwirtschaft verändert.
Organisationen, die sich für den Schutz des Regenwaldes einsetzten, berichteten von zunehmendem Druck, und illegale Holzfäller sahen sich bestärkt. Genau solche Entwicklungen sind der Grund, warum wir die Herkunft jeder Lieferung einzeln prüfen, statt uns auf die Rechtslage eines Herkunftslandes zu verlassen.
Dazu kommen Besuche vor Ort bei den Lieferanten, die wir dokumentieren. Unser Ziel ist es, aktiv zu zeigen, dass wir absolut gegen illegal geschlagenes Holz sind und diese Machenschaften nicht unterstützen.
Wie weit unsere Prüfung reicht
Jede Lieferung durchläuft die oben beschriebene Dokumentenprüfung, bevor sie verschifft wird. Was sich auf diesem Weg belegen lässt, haben wir beschrieben – darüber hinaus geben wir keine Zusage ab.
Unsere internen Abläufe passen wir laufend an die geltenden Einfuhrvorschriften an.
Wenn du zum Beispiel bei deinem Einkauf von Terrassendielen in unserem Shop trotzdem nicht auf das Zertifikat verzichten möchtest, findest du hier alle Produkte mit FSC-Siegel.