Im zweiten Teil nehmen wir dich mit nach Brasilien – zu einem FSC-zertifizierten Lieferanten und in die Waldgebiete, aus denen unser Holz stammt.
In "Woher kommt das Holz (Teil 1)" haben wir über die EU Holzhandelsverordnung (EUTR) berichtet, die die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz nach Europa verbietet. Holzimporteure müssen nach diesem Gesetz ein sogenanntes Sorgfaltspflichtsystem implementieren und darüber die Herkunft des von ihnen importierten Holzes dokumentieren.
Für uns bei Holzhandel-Deutschland gehört zu dieser Sorgfaltspflicht auch, dass wir uns vor Ort davon überzeugen, dass beim Schlagen des von uns importierten Holzes die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden.
Reise nach Brasilien
Wir setzen auf langfristige und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Lieferanten. Zusätzlich verfolgen wir das Ziel, die Handelskette möglichst kurz zu halten und kaufen deshalb direkt bei Waldbesitzern mit Sägewerken. In regelmäßigen Abständen besuchen wir diese Lieferanten direkt vor Ort.
Bei diesen Besuchen überprüfen wir persönlich, ob angegebene Standorte der Sägewerke stimmen und ob die von uns gekaufte Ware wirklich dort produziert wird. Die Besuche werden von uns protokolliert.
Anfang 2016 sind wir nach Brasilien gereist und haben dort einen unserer FSC-zertifizierten Lieferanten besucht.

Gesetzliche Regelungen für die Waldgebiete
Um zu gewährleisten, dass Bäume auf legale Weise gefällt werden (d.h. nach den Vorschriften des jeweiligen Landes), gibt es ein gesetzlich geregeltes System für die Bewirtschaftung von Waldgebieten. Dieses funktioniert folgendermaßen:

Der Staat vergibt eine Wald-Konzession an einen Wald-Besitzer und Lieferanten/Holzproduzenten.

Um das Waldstück zu erschließen, wird zunächst eine Wald-Inventur durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Bäume und ihr Standort per Geotagging mit GPS-Koordination genau erfasst. Anschließend werden die anzulegenden Transportrouten im Wald geplant.

Der Inhaber der Waldkonzession darf nur die vom Staat erlaubte Menge an Holz fällen und verkaufen.

Der Transport der gefällten Bäume zum Sägewerk wird genau dokumentiert, so dass sich das Holz bis zum Baumstumpf zurückverfolgen lässt. Nur mit den entsprechenden Nachweis-Dokumenten bzgl. dieser Regelungen kommt ein Geschäft mit einem Lieferanten zu Stande.
Wie der selektive Einschlag funktioniert
Der gesetzlich geregelte Einschlag folgt einem festen Muster: Von großen Hektar-Flächen werden nur einzelne Bäume entnommen. Im Anschluss daran darf ein Waldstück für mehrere Jahre nicht mehr bewirtschaftet werden.
Bei unserem Vor-Ort-Besuch zeigte uns unser Lieferant ein Waldstück, das vor einiger Zeit bearbeitetet wurde. In wenigen Jahren hatte es sich soweit erholt, dass der Einschlag nicht mehr erkennbar war. Mehr als das: Der Wald war durch die Bewirtschaftung sogar noch dichter als zuvor.

Anmerkung: Die freien Flächen auf dem zweiten Satellitenbild sind die Transportwege, die für die Bewirtschaftung notwendigerweise angelegt wurde.
Der Grund dafür ist einfach erklärt: Durch die dichte Laubdecke des Ur-Waldes dringt kaum noch Sonnenlicht. Werden einzelne Bäume gefällt, wird die Laubdecke stellenweise geöffnet und Licht fällt auf den Waldboden. Das fördert das Wachstum und der Wald wächst schneller.
Was das FSC-Zertifikat umfasst
Das FSC-Siegel ist eines der bekanntesten Gütesiegel der Forstwirtschaft. Es umfasst neben Kriterien zur Waldbewirtschaftung auch soziale Aspekte. Das bedeutet, es gibt Standards bzgl. Arbeitssicherheit, Versorgung und einer fairen Bezahlung der Beschäftigten, die eingehalten werden müssen. (Mehr Informationen unter https://www.fsc-deutschland.de/)

Übrigens: Kaufst du nicht-zertifiziertes Holz, bedeutet das nicht gleich, dass es illegal geschlagen wurde. Dafür sorgt das beschriebene EU-Gesetz. Dennoch legt FSC eigene Standards fest, die über die gesetzlichen hinausgehen. Wenn du Terrassendielen mit Zertifikat suchst, achte auf das FSC-Siegel.
Fazit
Wir von Holzhandel-Deutschland lieben Holz und möchten diese Begeisterung auch an dich, unsere Kunden, weitergeben. Als Fachhandel haben wir uns vor allem der Produkt-Qualität und dem Kunden-Service verschrieben. Deshalb achten wir darauf, dass wir dir nur „gutes“ Holz anbieten und tun viel dafür, dieses sicherzustellen.
Ergänzung vom 02. 08. 2016: In der aktuellen Ausgabe vom Holz-Zentralblatt ist ein passender Artikel erschienen, der die Thematik der Tropischen Wälder ebenfalls behandelt. Lies hier den ganzen Artikel.