Für die Saunabank nimmst du Abachi oder Espe, für Wand und Decke eignen sich außerdem Hemlock, Red Cedar, Erle, Thermoespe und astarme Nordische Fichte. Entscheidend sind drei Eigenschaften: Das Holz muss harzarm sein, es muss splitterarm sein, und es darf Wärme nur schlecht leiten, damit du dich nicht verbrennst. Dieser Vergleich zeigt dir, welche Holzart zu welchem Bauteil passt, wie sich die Hölzer in Optik und Handhabung unterscheiden und worauf du bei Einbau und Pflege achten solltest.

Moderne Sauna mit hellen Espe-Bänken und Espe-Decke, dunkle Thermoespe an Wänden und Rückenlehnen, warme Beleuchtung

Helle Espe an Bänken und Decke, dunkle Thermoespe an Wänden und Rückenlehnen: zwei Hölzer, ein stimmiges Saunadesign.

Worauf es beim Saunaholz ankommt

Eine Sauna ist ein Extremklima im Innenausbau: 80 bis 110 °C Lufttemperatur, nach dem Aufguss kurzzeitig sehr hohe Luftfeuchte und große Temperaturunterschiede zwischen Oberfläche und Kern. Deshalb taugt nicht jedes Holz, das im Wohnraum gut aussieht. Diese vier Eigenschaften entscheiden:

  • Harzarm oder harzfrei: Bei Hitze tritt Harz aus, wenn das Holz davon viel enthält. Auf der Bank verbrennt es dir auf der Haut, an der Wand tropft und klebt es.
  • Geringe Wärmeleitfähigkeit: Leichte, weiche Hölzer geben die Hitze langsam an die Haut ab. Deshalb bleibt eine Bank aus Abachi oder Espe auch bei 90 °C angenehm.
  • Splitterarm und astarm: Du sitzt und liegst barfuß auf dem Holz. Große Äste werden heiß und können harzen, deshalb sind astarme bis astfreie Sortierungen die richtige Wahl.
  • Formstabil: Hitze und Feuchte wechseln ständig. Kleine Risse und leichter Verzug sind bei Holz normal und im Rahmen der Sortierung kein Mangel.

Diese Hölzer solltest du meiden

Normale, astreiche Fichte und Kiefer harzen bei Hitze stark und gehören nicht in die Sauna. Lärche ist harzreich und deshalb für Sitzflächen tabu. Harthölzer wie Eiche und Buche leiten Wärme so gut, dass sie auf der Bank heiß werden wie Metall. Bei Fichte entscheidet am Ende die Sorte: Astarme Nordische Fichte ist an Wand und Decke ein Klassiker, auf der Bank hat sie nichts verloren. Mehr dazu findest du weiter unten.

Welches Holz für Bank, Wand und Decke?

Die Holzwahl hängt vom Bauteil ab, denn nur die Bank hat direkten Hautkontakt. Diese Übersicht gibt dir die Richtung vor:

Bauteil Gut geeignet Darauf kommt es an
Bank, Liegefläche, Rückenlehne Abachi, Espe, Erle, Thermoespe Harzfrei, sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, splitterarm, abgerundete Kanten
Wand und Decke Espe, Hemlock, Red Cedar, Erle, Thermoespe, astarme Nordische Fichte Harzarm, astarm, Nut-Feder-Profil, Hinterlüftung dahinter
Kanteln für den Kabinenaufbau Thermoespe oder Espe, mehrfach verleimt Formstabil, nur als Unterkonstruktion der Kabine, nicht als tragendes Bauholz

Fang bei der Bank an, denn dort entscheidet die Holzart über den Komfort. Danach wählst du Wand und Decke nach Optik: Espe für ein helles, kühles Bild, Erle für einen warmen Ton, Hemlock für eine ruhige Maserung, Red Cedar für Rotbraun mit Duft, Thermoespe für ein dunkles, modernes Design und Nordische Fichte für das klassische Saunaholz.

Du musst nicht überall dasselbe Holz nehmen. Bänke und Lehnen aus Abachi oder Espe, dazu Wand und Decke aus Hemlock oder Thermoespe: So bekommst du die richtigen Eigenschaften dort, wo du sie brauchst, und kannst die Optik frei gestalten.

Praxis-Tipp Kombination

Die Holzarten im Überblick

Espe: das klassische Saunaholz

Espe (Zitterpappel) ist das traditionelle skandinavische Saunaholz. Sie ist sehr hell, von weiß bis cremegelb, harzfrei und splitterarm, und sie hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Damit funktioniert sie auf der Bank genauso gut wie an Wand und Decke. Im Sortiment findest du sie zum Beispiel als Espe Softline-Saunaholz für Wand und Decke und als Espe-Saunabanklatte für die Bank.

  • Gut zu wissen: Espe ist weich. Kratzer und Druckstellen sieht man schneller als bei Hartholz, deshalb lohnen sich Sitzunterlagen.
  • Über dem Saunaofen dunkelt Espe schneller nach als an den übrigen Flächen. Das ist normal.
Saunakabine mit Wand und zweistufiger Bank aus sehr heller Espe, warmes Licht, zusammengelegtes Handtuch

Espe: sehr hell, ruhig in der Maserung, kühl im Gesamteindruck.

Thermoespe: dunkel, formstabil und edel

Thermoespe ist Espe, die rein thermisch modifiziert wurde. Dabei wird das Holz bei rund 190 °C hitzebehandelt und bekommt einen honig- bis mittelbraunen Farbton, der durch das ganze Holz geht. Sie ist formstabiler als unbehandelte Espe und sehr widerstandsfähig gegen Pilzbefall, bleibt aber wie Espe harzfrei und splitterarm. Meist ist sie teurer als unbehandelte Espe. Als Thermoespe Softline-Saunaholz bekommst du sie für Wand und Decke.

  • Der Duft: Beim Aufheizen riecht Thermoholz rauchig. Der Geruch wird mit der Zeit schwächer, verschwindet aber nie ganz. Heize die Sauna anfangs lange auf und lüfte dabei gleichzeitig, dann verfliegt er schneller.
  • Nicht mit Wasser waschen: Unbehandeltes Thermoholz verstärkt dabei seinen Geruch.
  • Spröder als Espe: Zieh die Bretter beim Einbau nicht übereinander, sie zerkratzen schnell. Die Festigkeit liegt rund 20 bis 30 Prozent unter der von unbehandeltem Holz, deshalb ist Thermoespe kein Ersatz für tragendes Bauholz.
Saunakabine mit Wand und Bank aus honig- bis mittelbrauner Thermoespe, zwei Wandleuchten mit warmem Licht

Thermoespe: honig- bis mittelbraun, durch das ganze Holz gefärbt.

Abachi: der Standard für die Saunabank

Abachi ist ein sehr leichtes, helles Laubholz aus Westafrika. Es ist harzfrei, splitterarm und hat eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit, genau das, was du auf der Bank brauchst. Deshalb ist Abachi das Standardholz für Bänke, Liegeflächen und Rückenlehnen. Die Abachi-Saunabanklatten sind gehobelt und lassen sich verdeckt verschrauben.

  • Weich und empfindlich: Abachi ist bewusst weich gewählt. Schweißflecken lassen sich leicht abschleifen, Druckstellen entstehen aber schnell.
  • Vorbohren: Das weiche Holz sinkt sonst am Schraubenkopf ein. Beim Sägen und Schleifen trägst du eine Staubmaske, denn der Staub kann die Atemwege reizen.
Gestapelte, glatt gehobelte Banklatten aus hellem, cremegelbem Abachi auf einer Werkbank

Abachi-Banklatten: hell, glatt gehobelt und leicht abgerundet.

Hemlock: Nadelholz mit sehr wenig Harz

Western Hemlock ist eines der wenigen Nadelhölzer, das sich für die Sauna eignet, weil es für ein Nadelholz auffallend wenig Harz enthält. Es ist hellbraun, hat eine ruhige, gleichmäßige Maserung und wirkt hochwertig, ohne rustikal zu sein. Du setzt es vor allem an Wand und Decke ein, zum Beispiel als Hemlock Softline-Saunaholz.

  • Saubere Stöße: Wegen der ruhigen Optik fallen unsaubere Stoßstellen bei Hemlock stärker auf als bei rustikalen Hölzern.
Saunawand aus hellbraunen Hemlock-Profilbrettern mit feiner, gerader Maserung und leicht gefasten Kanten

Hemlock: gleichmäßiger Ton und feine, gerade Maserung.

Red Cedar: aromatisch und rotbraun

Wenn du nach „Zeder“ suchst, ist meist Western Red Cedar gemeint. Botanisch ist es keine echte Zeder, sondern ein Zypressengewächs, und genau deshalb enthält es kein Harz wie Kiefer oder Fichte. Das Holz ist rotbraun mit hellen Streifen, sehr leicht, sehr formstabil und riecht aromatisch. Es gehört zu den teureren Saunahölzern. Mit dem Red Cedar Softline-Saunaholz in A-Sortierung bekommst du die Premium-Variante.

  • Nur Edelstahl: Die Inhaltsstoffe reagieren mit Eisen und färben das Holz schwarz. Verwende Edelstahlschrauben und bohre vor, weil das weiche Holz an den Stirnseiten leicht spaltet.
  • Der Duft lässt mit der Zeit nach.
Saunawand aus rotbraunem Red Cedar mit helleren und dunkleren Streifen und warmem Licht

Red Cedar: Rotbraun mit hellen Streifen, dazu der typische Duft.

Erle: warm und heimisch

Erle ist ein klassisches finnisches Saunaholz und das wichtigste Saunaholz aus heimischer Forstwirtschaft. Sie ist harzfrei und splitterarm, und für ein Laubholz leitet sie Wärme gering. Deshalb funktioniert Erle als eine der wenigen Harthölzer auch auf der Bank. Ihr rötlich-brauner Ton wirkt wärmer als Espe oder Abachi. Wenn du einen weniger kühlen Saunaeindruck willst, ist Erle die richtige Wahl. Im Sortiment findest du sie zum Beispiel als Erle Softline-Saunaholz für Wand und Decke.

Saunakabine mit Wand und Bank aus warm rötlich-braunem Erlenholz, Holzeimer mit Kelle auf der Bank

Erle: warmer, rötlich-brauner Ton.

Nordische Fichte: der Klassiker für Wand und Decke

Nordische Fichte wächst in Skandinavien besonders langsam. Das Holz ist engringig, hell und astarm, und deshalb im Saunabau der Standard für Wand- und Deckenverkleidung. Fichte enthält aber Harz. Auf der Bank, wo du direkt auf dem Holz liegst, ist sie deshalb die falsche Wahl. Für Wand und Decke achtest du auf möglichst astarme Ware, denn große Äste werden heiß und können harzen. Im Sortiment findest du zum Beispiel Softline-Saunaholz aus Nordischer Fichte.

  • Auf die Trocknung achten: Bei luftgetrockneter Fichte kann Harz austreten, sobald das Holz heiß wird. Eine technische Trocknung über 70 °C beseitigt das Problem weitgehend.
  • Keine harzreichen Stellen in Bankhöhe: Sortiere Bretter mit Harzgallen oder großen Ästen aus, wenn sie in Griffweite der Bank landen würden.
Saunawand aus heller Nordischer Fichte mit Nut-Feder-Profil und kleinen festen Ästen

Nordische Fichte: heller Ton, dezente Maserung, nur kleine Äste.

Saunaholz im Vergleich

Holzart Optik Harz Für die Bank Für Wand und Decke
Espe Weiß bis cremegelb, sehr hell harzfrei ja ja
Thermoespe Honig- bis mittelbraun, durchgefärbt harzfrei ja ja
Abachi Cremegelb, sehr gleichmäßig harzfrei ja, der Standard möglich, seltener
Hemlock Hellbraun, ruhige Maserung sehr harzarm ja ja
Red Cedar Rotbraun mit hellen Streifen harzfrei ja ja
Erle Warm rötlichbraun harzfrei ja ja
Nordische Fichte Hellgelb, dezente Maserung enthält Harz, nur astarm und technisch getrocknet nein ja, astarm

Wenn dir die Optik am wichtigsten ist, such dir zuerst den Farbton aus und prüfe dann in der Tabelle, ob das Holz für dein Bauteil geeignet ist. Wenn du auf der Bank unsicher bist, bist du mit Abachi oder Espe auf der sicheren Seite. Wenn du Wand und Decke günstig und klassisch halten willst, ist astarme Nordische Fichte die naheliegende Lösung.

Drei Saunabretter nebeneinander auf einem Holztisch: helle Espe, dunkle Thermoespe und Fichte mit Ästen

Von links nach rechts: Espe, Thermoespe und Fichte. Farbe und Maserung unterscheiden sich deutlich.

Saunaholz einbauen und pflegen

Die richtige Holzart ist nur die halbe Miete. Damit die Sauna lange schön bleibt, gelten ein paar feste Regeln beim Einbau und im Betrieb:

  • Einlagern: Lege das Holz mehrere Tage vor dem Einbau offen gestapelt im Einbauraum ab, damit es sich an Temperatur und Feuchte gewöhnt.
  • Befestigen: Wandprofile hältst du mit Profilholzkrallen und passenden Schrauben. Nägel sind in der Sauna nicht zulässig. Bänke schraubst du verdeckt von unten, damit keine heißen Metallteile auf der Haut liegen.
  • Hinterlüften: Zwischen Dämmung und Sichtholz gehören mindestens 20 mm Luft und eine Dampfsperre. Wie der Wandaufbau funktioniert, erklärt der Ratgeber Sauna richtig dämmen.
  • Wasser nur auf den Ofen: Gieße den Aufguss nur auf die Saunasteine, nie direkt auf Wände oder Bänke.
  • Nach jeder Nutzung: Wische die Bank mit einem feuchten Tuch ab, ohne fließendes Wasser, und lass die Sauna gut trocknen. Eine Sitzunterlage schützt das Holz vor Schweiß.
  • Einmal im Jahr: Prüfe das Holz, ziehe Schrauben nach und schleife Flecken vorsichtig ab. Lass das Holz danach unbehandelt oder nimm ein Saunaöl aus der Saunapflege. Den vollständigen Pflegeplan findest du im Ratgeber Sauna reinigen und pflegen.
Saunabank aus hellen Banklatten mit schmalen Fugen, abgerundeten Kanten und Rückenlehne, ohne sichtbare Schrauben auf der Sitzfläche

Eine gute Saunabank: Latten mit schmalen Fugen, abgerundete Kanten und keine sichtbaren Schrauben auf der Sitzfläche.

Lack und Lasur gehören nicht in die Sauna. Sie zersetzen sich in der Hitze und dünsten aus. Lass Saunaholz unbehandelt oder nimm ein Produkt, das ausdrücklich für Saunen gedacht ist.

Achtung Oberfläche

Häufige Fragen zum Saunaholz

Welches Holz ist das beste für die Saunabank?

Abachi und Espe sind die Klassiker, weil sie harzfrei sind, splitterarm und die Wärme nur langsam an die Haut abgeben. Auch Erle, Thermoespe und Hemlock funktionieren auf der Bank. Verwende auf Bänken keine Fichte, keine Kiefer und keine Harthölzer wie Eiche oder Buche.

Kann ich Fichte in der Sauna verwenden?

An Wand und Decke ja, wenn es astarme Nordische Fichte ist, am besten technisch getrocknet. Auf der Bank nicht, weil Fichte Harz enthält und dir austretendes Harz auf der Haut verbrennen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Espe und Thermoespe?

Beide sind harzfrei, splitterarm und leiten Wärme schlecht. Thermoespe wurde rein thermisch modifiziert, deshalb ist sie dunkler, formstabiler und sehr widerstandsfähig gegen Pilzbefall. Dafür ist sie spröder, riecht beim Aufheizen rauchig und meist teurer. Espe bleibt hell und ist die klassische Wahl.

Riecht Thermoholz in der Sauna?

Ja, beim Aufheizen entsteht ein rauchiger Duft. Er wird mit der Zeit schwächer, verschwindet aber nicht ganz. Heize die Sauna anfangs lange auf und lüfte dabei gleichzeitig, das beschleunigt es.

Muss Saunaholz behandelt werden?

Nein. Du kannst das Holz unbehandelt lassen. Wenn du es pflegen willst, nimm ein Saunaöl, das für den Einsatz bei Hitze gedacht ist. Normale Holzöle riechen in der Hitze ranzig, Lack und Lasur sind tabu.

Warum nicht Eiche oder Buche?

Harthölzer leiten Wärme viel besser als weiche Hölzer. Eine Bank aus Eiche oder Buche wird dadurch so heiß wie Metall und ist für Hautkontakt ungeeignet.

Fazit: So wählst du dein Saunaholz

Für die Bank bist du mit Abachi oder Espe auf der sicheren Seite. Für Wand und Decke entscheidest du nach Optik: Espe für Hell, Erle für Warm, Hemlock für Ruhig, Red Cedar für Rotbraun mit Duft, Thermoespe für Dunkel und Nordische Fichte für den Klassiker. Achte bei jedem Holz auf astarme Sortierung, und lass bei der Wahl der Oberfläche die Finger von Lack und Lasur.

Alle Hölzer findest du im Bereich Saunaholz, passende Banklatten unter Sauna-Banklatten. Wenn du dir bei der Optik unsicher bist, bestell dir kostenlose Muster und leg sie in deinen Raum. Bei Fragen zur Holzwahl berät dich unser Team gern persönlich.

Wie du Holz, Bank, Ofen und Wandaufbau zu einem Ganzen zusammenbringst, zeigt der Ratgeber Sauna selber bauen. Wenn du die Sauna im Garten baust, hilft dir Gartensauna selber bauen weiter, und den Ofen sicherst du mit Saunaofen-Hitzeschutz richtig anbringen.